Erster Erregernachweis des Shamonda-Virus im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Meldung aus KlingenbergAktuell häufen sich die Fälle von Tieren, die sich mit dem Shamonda-Virus anstecken. Wie die Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen am 21. September 2026 mitteilte, ist der Erreger nunmehr auch in einem Rinderbestand im Landkreis Sächsische Schweiz- Osterzgebirge nachgewiesen worden.
Das Shamonda-Virus ist ein neuartiger Erreger aus der Gattung Orthobunyaviren. Es existieren zwei Varianten. Die Variante SHAV-EU2 wurde bisher nur bei Rindern festgestellt. Bei der Variante SHAV-EU1 wurde das Virus bereits bei Rindern, Schafen, Ziegen, Alpakas und Pferden diagnostiziert.
Infizierte Milchkühe zeigen typischerweise Fieber und einen Rückgang der Milchleistung. Zudem können Durchfall und Atembeschwerden auftreten. Bei einer Infektion während der Trächtigkeit ist aufgrund der Virusgattung außerdem mit Fehlgeburten und Missbildungen der ungeborenen Tiere zu rechnen. Es handelt sich um keine Zoonose, wodurch das Shamonda-Virus für den Menschen keine Gefahr darstellt. Es bestehen derzeit keinerlei Handelsbeschränkungen.
Da das Virus durch kleine Mücken, sogenannte Gnitzen, übertragen wird und milde Temperaturen deren Vermehrung begünstigen, lässt sich eine Ausbreitung nur schwer verhindern. Eine schützende Impfung gibt es bislang nicht. Das Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bittet daher alle Halter empfänglicher Tierarten dringend darum, Schutzmaßnahmen gegen die Insekten zu ergreifen. Dazu zählen der Einsatz von engmaschigen Netzen und Insektenschutzmitteln sowie eine erhöhte Luftbewegung durch Ventilatoren, die die Gnitzen vom Stechen abhalten. Außerdem sind alle Tierhalter zu erhöhter Wachsamkeit aufgerufen. Verdächtige Tiere sind umgehend zu isolieren und tierärztlich vorzustellen.
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